Insgesamt stehen acht Springbrunnen auf dem Viktualienmarkt.
Es sind zwei "einfache" Brunnen; sechs Springbrunnen erinnern an
populäre Münchner Schauspieler.
Dieser Brunnen ist der Volksschauspielerin Liesl Karlstadt gewidmet.
Auch ihr hatte der Münchner Textilkaufmann Gustl Feldmeier
einen Brunnen auf dem Viktualienmarkt versprochen. Als sie ihn
einmal daran erinnerte, meinte der Gustl: "Richtig, aba zerscht stirbst."
Das tat die Karlstadt auch, aber erst 68 Jahre, nachdem sie sich
unter dem Namen Elisabeth Wellano von ihrer Mutter am
12. Dezember 1892 in München-Schwabing zur Welt hatte bringen lassen. Neun Kinder waren es in der
Familie Wellano.
Neben ihrer Ausbildung zur Verkäuferin arbeitete sie gleichzeitig bei den Münchner Volkssängern im Frankfurter Hof. Aber erst durch die Begegnung
mit Karl Valentin im Jahre 1911 wurde ihre humoristische und musikalische
Begabung wirkungsvoll gefördert. 1913 trat sie erstmals mit Valentin
auf. Sie wurde nicht nur seine engste Partnerin, sondern verfasste mit ihm
zusammen auch viele Dialoge und Sketche und wirkte neben ihm in zahlreichen Filmen mit.
1934 erlitt sie einen Nervenkollaps und musste die Zusammenarbeit mit
Valentin beenden.
Mitverantwortlich für den Kollaps war Valentin, der sie finanziell und arbeitsmäßig
überfordert hatte.
Auch nach Valentins Tod blieb die Karlstadt weiter populär und
spielte an vielen Bühnen. Im Rundfunk und Fernsehen war sie gleich-falls
zu hören und zu sehen. In der Reihe "Familie Brandl" stellte sie eine schlagfertige
und herzensgute Frau dar. Als bodenständiger und
realitätsnaher bayrischer Volksschauspielerin wurde ihr nach ihrem Tode am 27. Juli 1960 in
Garmisch-Partenkirchen das von Hans Osel geschaffene Brunnendenkmal auf
dem Viktualienmarkt errichtet. Der Bronzeguß wurde in der
Werkstatt Hans Mayr angefertigt, der Brunnen von Karl Hilbinger aus München
gestaltet.