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München und seine Springbrunnen

Springbrunnen im Stadtbezirk Zentrum:  Viktualienmarkt 5                                                                     Kategorie:  Historische-Brunnen
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Springbrunnen01-28
Insgesamt stehen acht Spring-
brunnen auf dem Viktualienmarkt. 
Es sind zwei "einfache" Brunnen;
sechs Springbrunnen erinnern an
populäre Münchner Schauspieler.

Dieser Brunnen ist der Volks-
schauspielerin Else Aulinger
gewidmet.

Die Münchnerin Elise Aulinger
(1881- 1965) war als "Ratschkathl"
bekannt. Mit 22 Jahren trat sie
erstmalig im Münchner Volks-
theater als "Vroni" im
"Meineidbauer" auf. Im
Bayrischen Hörfunk übernahm sie
verschiedene Sprechrollen und
spielte in zahlreichen Filmen mit. 


Die beliebte bayrische Volks-
schauspielerin wurde am 
11. Dezember 1881 in der Münchner Blumenstraße, also in unmittelbarer Nähe des Viktualienmarktes, geboren. Ihr erstes Engagement bekam sie 1903 mit 22 Jahren am Münchner Volkstheater. Die Aulinger darf als Rundfunkpionierin angesehen werden, da sie 1924 als erste "Die Heilige Nacht" von Ludwig Thoma im Radio vortrug. Auch auf der Bühne charakterisierte sie besonders einfühlsam Figuren aus Thoma-Stücken. Elise Aulinger erfand sogar die "Ratschkathl", eine Rolle, in der später Ida Schumacher als wohl treffendste Interpretin brillierte. Nach dem Krieg war jeden zweiten Samstagnachmittag 15 Minuten lang eine Sendung mit der Aulinger im Rundfunk. Nicht nur in Volksstücken trat die Schauspielerin auf, sie verkörperte auch klassische Hauptrollen in Goethe- und Ibsen-Stücken. Die Münchner Kammerspiele waren ihr künstlerisches Zuhause. Interessant ist, daß die Aulinger mit Max Sommer verheiratet war, der unter dem Pseudonym "Max Ferner" etliche bayerische Schwänke schrieb. Außerdem war Sie die Tante vom "Blasius, dem Spaziergänger" Sigi Sommer, der am 25.01.1996 verstarb. Als Elise Aulinger 1965 im Alter von 84 Jahren in der Ganghoferstraße starb, hatte sich die schlichte, bescheidene Dame längst die herzliche Zuneigung der bayrischen Bevölkerung erworben. Es war daher nichts selbstverständlicher, als daß sie endlich zwölf Jahre nach ihrem Tod, 1977, mit einem von Anton Rückel gestalteten Brunnendenkmal auf dem Viktualienmarkt geehrt wurde. Der Bronzeguß stammt von Hans Mayr und der Brunnenaufbau aus Kirchheimer Muschelkalk von Martin Feicht aus München. Elise Aulinger ist sitzend, mit einem Buch in der Hand, dargestellt.