Insgesamt stehen acht Springbrunnen auf dem Viktualienmarkt.
Es sind zwei "einfache" Brunnen; sechs Springbrunnen erinnern an
populäre Münchner Schauspieler.
Dieser Brunnen ist der Volksschauspielerin Else Aulinger gewidmet.
Die Münchnerin Elise Aulinger (1881- 1965) war als "Ratschkathl"
bekannt. Mit 22 Jahren trat sie erstmalig im Münchner Volkstheater als "Vroni" im "Meineidbauer" auf.
Im Bayrischen Hörfunk übernahm sie verschiedene Sprechrollen und spielte in zahlreichen Filmen mit.
Die beliebte bayrische Volksschauspielerin wurde am
11. Dezember 1881 in der Münchner Blumenstraße, also in unmittelbarer Nähe des
Viktualienmarktes, geboren. Ihr erstes Engagement bekam sie 1903 mit 22
Jahren am Münchner Volkstheater. Die Aulinger darf als Rundfunkpionierin angesehen werden, da sie 1924 als erste
"Die Heilige Nacht" von Ludwig Thoma im Radio vortrug. Auch auf der Bühne
charakterisierte sie besonders einfühlsam Figuren aus Thoma-Stücken. Elise
Aulinger erfand sogar die "Ratschkathl", eine Rolle, in der später Ida
Schumacher als wohl treffendste Interpretin brillierte. Nach dem Krieg war
jeden zweiten Samstagnachmittag 15 Minuten lang eine Sendung mit der
Aulinger im Rundfunk. Nicht nur in Volksstücken trat die Schauspielerin auf,
sie verkörperte auch klassische Hauptrollen in Goethe- und Ibsen-Stücken.
Die Münchner Kammerspiele waren ihr künstlerisches Zuhause.
Interessant ist, dass die Aulinger mit Max Sommer verheiratet war, der unter dem Pseudonym
"Max Ferner" etliche bayerische Schwänke schrieb. Außerdem war Sie die Tante
vom "Blasius, dem Spaziergänger" Sigi Sommer, der am 25.01.1996 verstarb.
Als Elise Aulinger 1965 im Alter von 84 Jahren in der Ganghoferstraße starb,
hatte sich die schlichte, bescheidene Dame längst die herzliche Zuneigung
der bayrischen Bevölkerung erworben. Es war daher nichts
selbstverständlicher, als dass sie endlich zwölf Jahre nach ihrem Tod, 1977,
mit einem von Anton Rückel gestalteten Brunnendenkmal auf dem
Viktualienmarkt geehrt wurde. Der Bronzeguß stammt von Hans Mayr und der
Brunnenaufbau aus Kirchheimer Muschelkalk von Martin Feicht aus München.
Elise Aulinger ist sitzend, mit einem Buch in der Hand, dargestellt.